Prof. Dr. Katharina Zweig

Leiterin der Arbeitsgruppe

2003 begann Katharina Zweig ihre Doktorarbeit im Bereich der Analyse komplexer Netzwerke. Komplexe Netzwerke stellen einen gängigen Weg dar, komplexe Systeme zu modellieren und zu analysieren. Daher werden ihre Ergebnisse auch oft dafür genutzt, Schlussfolgerungen über die komplexen Systeme zu ziehen - diese Ergebnisse können auch politische Konsequenzen haben. Ein augenöffnender Artikel wurde von Professor Carter Butts 2009 unter dem Titel "Revisiting the Foundations of Social Network Analysis" veröffentlicht. Zweig hatte zu diesem Zeitpunkt schon einige Algorithmen designt und verschiedene interdisziplinäre Netzwerkanalysen durchgeführt. Insbesondere war sie aber an der Frage interessiert, warum es so oft viele Maße für dieselbe Art von Fragestellung gibt, z.B. ca. 60 Maße um die Knoten eines Netzwerkes nach ihrer Wichtigkeit zu sortieren. In einem Artikel von Steve Borgatti erklärt er, dass eigentlich nicht die Struktur des (statischen) Netzwerkes untersucht werden sollten, sondern die darauf verlaufenden Prozesse: Auf einem (realen) sozialen Netzwerk können Informationen übertragen werden, Leute stecken sich gegenseitig mit der neuesten Grippe an oder sie unterstützen einander. Jeder dieser Flussprozesse bedarf anderer Zentralitätsmaße. Damit verknüpfte Borgatti die Art des Netzwerkflusses (einen sozialen Prozess) mit dem mathematischen Maß, mit dem dieser untersucht werden kann. Ohne die Kenntnis des sozialen Prozesses ist eine Interpretation eines beliebigen Zentralitätsmaßes aber nicht möglich. Zweig begann dieses Problem in seiner Allgemeinheit zu untersuchen: "Wann ist welches Maß, welcher Ansatz der Netzwerkanalyse geeignet, um eine Schlussfolgerung bezüglich der realen Welt zu ziehen?". Ihre Ergebnisse wurden im Buch Network Analysis Literacy veröffentlicht. Seitdem hat ihre Arbeitsgruppe den Ansatz auf Data Science im Allgemeinen ausgeweitet und arbeitet an verschiedenen Fragen im Bereich der Algorithm Accountability. Um das auch in der Benennung der Gruppe darzustellen, wurde sie 2017 in das "Algorithm Accountability Lab" umbenannt. Die Gruppe arbeitet an Fragen zur Messung der Qualität und der Fairness von algorithmischen Entscheidungssystemen (ADM Systems), an Black-Box-Methoden zur Überwachung von ADM-Systemen, an theoretischen Fragen zur Robustheit von Methoden des maschinellen Lernens und denken auch über die beste Art der Regulierung von ADM Systemen nach. 

Als Mitglied der Enquete Kommission Künstliche Intelligenz (2018-2020), Mitglied des ITA Beraterkreise des BMBF (seit 2014), der Plattform Lernende Systeme (AG3, UG Ethik und Recht) trägt Katharina Zweig ihre Forschung auch in die Gesellschaft. 

Federführend hat sie zudem den Studiengang Sozioinformatik gestaltet, der 2013 akkreditiert wurde. Für diese Gestaltung dieses deutschlandweit bisher einzigartigen Studiengangs bekam sie 2017 den Ars legendi-Fakultätenpreis in den Ingenieurwissenschaften und der Informatik

Im Moment interessiert sich Katharina Zweig im Besonderen für die Schnittstelle zwischen Philosophie und KI.

Wissenschaftlicher Werdegang

Jun. 2023

Ernennung zur W3-Professorin, Lehrstuhl 'Algorithm Accountability Lab'

Nov. 2020

Gründung des "Center for Ethics and the Digital Society", zusammen mit Karen Joisten und Georg Wenzelburger

Feb. 2019

Gründung der Trusted AI GmbH zusammen mit Winfried Zweig und Tobias Krafft

Seit Okt. 2018

Mitglied des Koordinierungsgremium des Netzwerks Verbraucherforschung des Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz(BMJV)

Seit Sep. 2018
Seit Apr. 2018

Mitglied der Plattform Lernende Systems des BMBF in der Arbeitsgruppe 3, "Ethik und Recht"

Mai 2016

Mitbegründerin der Bürgerinitiative Algorithm Watch, aktiv bis März 2018

Seit Nov. 2014

Mitglied des ITA Beraterkreises des Bundesministerium für Bildung und Forschung(BMBF)

Seit Apr. 2012

W2-Professorin an der TU Kaiserslautern

Sep. 2009 - Apr. 2012

Nachwuchsgruppenleiterin an der Universität Heidelberg, IWR

Apr. 2008 - Aug. 2009

Postdoc an der ELTE University, Budapest, Ungarn 
(Postdoc-Stipendiatin der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina)

Jul. 2007 - Mrz. 2008

Postdoc in der Arbeitsguppe "Paralleles Rechnen" bei Prof. Michael Kaufmann, Universität Tübingen

Jan. 2003 - Jul. 2007

Doktorandin in der Arbeitsguppe "Paralleles Rechnen" bei Prof. Michael Kaufmann, Universität Tübingen

Okt. 1998 - Sep. 2006

Diplom in Bioinformatik, Universität Tübingen

Apr. 1996 - Jul. 2001

Diplom in Biochemie, Universität Tübingen

Auszeichnungen

2025

Bundesverdienstkreuz 1. Klasse

2024

Auszeichnung mit dem GDD-Datenschutzpreis

2021

Auszeichnung mit dem "Distinguished Teaching Award" der TU Kaiserslautern.

2021

Auszeichnung mit dem Abt Jerusalem-Preis der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig, der Technischen Universität Braunschweig und der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft für herausragende wissenschaftliche Beiträge zum Dialog der Geistes-, Natur- und Technikwissenschaften, 2021 - aus Pandemiegründen verliehen 2022.

WiSe 20/21

Lehrpreis der Fachschaft Informatik für die beste Lehre im Grundstudium.

2020

Ernennung zur KI-Botschafterin des Landes Rheinland-Pfalz (zusammen mit Prof. Dr. Andreas Dengel)

2019

Das Buch "Ein Algorithmus hat kein Taktgefühl" steht für 11 Wochen in der Spiegel-Bestsellerliste Paperback Sachbuch; es wird auf Koreanisch und Englisch übersetzt.

2019

Ausgezeichnet mit dem Communicator-Preis 2019

2018

Ausgezeichnet für die Mitgründung von AlgorithmWatch mit der Theodor-Heuss-Medaille

2017
2016

Ausgezeichnet mit dem Outreach Award für herausragende Öffentlichkeitsarbeit von der SPP 1736 - Algorithms for Big Data

2014

Digitaler Kopf 2014 (im Rahmen des Wissenschaftsjahres "Die digitale Gesellschaft")

2013 - 2018

Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) Junior Fellow

Best Paper Awards

Öffnungszeiten

Prof. Katharina Zweig

Gebäude: 48, Raum: 672, Etage: 6
67663